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Darauf verzichten die Deutschen fürs Eigenheim

Infolge der Pandemie sind Kaufimmobilien begehrter denn je. So verzeichnet ImmoScout24 im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten 60% mehr Nachfrage nach Kaufobjekten. Für ein neues und schöneres Zuhause sind die Menschen sogar bereit, sich anderweitig finanziell einzuschränken, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage von ImmoScout24.

Demnach würden die meisten Befragten am ehesten den privaten Konsum verringern, um die aktuelle Wohnsituation zu verbessern. So würde fast jeder Zweite beim Shopping sparen, 40% am Urlaub und ein Drittel bei den Freizeitaktivitäten. Auf das Auto würde dagegen nur ein Fünftel der Befragten verzichten wollen, wobei sich hier ein interessanter Unterschied bei den Geschlechtern zeigt: So würden 23% der Männer am ehesten auf das Auto verzichten, wenn es um eine verbesserte Wohnsituation geht. Bei den Frauen beträgt der Anteil nur 17%. Dafür würde das weibliche Geschlecht eher den Rotstift beim Sport ansetzen. Auch in puncto Freizeitaktivitäten schnallen eher Frauen mit 35% den Gürtel enger als Männer mit 30%. Generell wären eher Frauen zu Einsparungen bereit als Männer.

Laut Umfrage ist mit 53% insbesondere die Generation der 18- bis 39-Jährigen bereit, aufs Shopping zu verzichten. Dagegen sind es mit 45% eher die 40- bis 49-Jährigen, die sich finanziell beim Thema Urlaub einschränken würden. Die ältere Generation ist im Vergleich zu den übrigen Altersgruppen eher bereit, bei Ausgaben für sportliche Aktivitäten Abstriche zu machen.

Ganz unten auf der Einsparliste zugunsten einer schöneren Wohnung rangieren dagegen Bereiche wie Aus- und Weiterbildung. Auch die eigene Altersvorsorge schlägt den Wunsch nach einer besseren Wohnsituation. In diesem Bereich würden nur 11% Einsparungen vornehmen. Auch Lebensmittel bzw. die eigene Ernährung sind vielen Deutschen wichtig. So würden sich nur 8% hier zugunsten eines neuen oder schöneren Zuhauses einschränken wollen.

[Oktober 2021]

Deutsche Bauherren wünschen sich mehr finanzielle Unterstützung

In der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins AssCompact stellen steigende Baukosten aktuell für Eigenheimbesitzer und angehende Bauherren die größte Hürde beim Hausbau und der Modernisierung dar. Das zeigt demnach eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag des Bauherren-Schutzbund e.V. Demnach geben 88% an, sich Bauen bald nicht mehr leisten zu können. Die Hälfte aller potenziellen Bauherren beklagt darüber hinaus fehlendes Bauland und zu viele Bauvorschriften. Auch Bauzeitverzögerungen und Pfusch am Bau werden häufig als Schwierigkeiten genannt. „Die Baumaterialknappheit und damit verbundene steigende Baukosten ziehen die Preisschraube beim Hausbau weiter an“, stellt BSB-Geschäftsführer Florian Becker mit Blick auf die Zahlen fest. Schon vor der aktuellen Krise auf dem Baustoffmarkt seien die Kosten beim Eigenheimbau für viele Familien kaum noch zu finanzieren gewesen.

Wie eine Entlastung aussehen sollte, ist für die Mehrheit der Befragten klar. 64% wollen mehr Direktzuschüsse zum Bauen. Die Hälfte der Umfrageteilnehmer sieht auch Steuererleichterungen als geeignetes Förderinstrument. Beide Antworten rangieren damit vor der staatlich begünstigten Kreditfinanzierung über die KfW-Bank, für die sich nur 36% aussprechen.

„Die Ergebnisse zeigen, dass Bauherren und Modernisierer vor allem am Beginn ihrer Baumaßnahmen, wo die finanzielle Belastung am höchsten ist, Geld benötigen“, erklärt Becker und bringt als Vorschlag ein Bauklimageld ins Spiel: „Unser Vorschlag des Bauklimageldes als Direktzuschuss hilft sofort dem Geldbeutel. Da nur klimaschonendes Bauen und Modernisieren gefördert wird, motiviert das Bauklimageld Eigennutzer, ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.“

Auch die Grunderwerbsteuer solle reformiert werden. „Die Belastung durch die Steuer liegt in manchen Regionen Deutschlands im Bereich eines gebrauchten Mittelklassefahrzeuges“, sagt Becker. Vor allem Familien mit mittlerem Einkommen können sich ihren Traum vom Eigenheim kaum noch verwirklichen. Um den Neubau gezielt und flächendeckend zu fördern, sollte die Grunderwerbsteuer deshalb reformiert werden. „Da die Grunderwerbsteuer eine wichtige Einnahmequelle der Länder ist, muss eine Reform so ausgestaltet sein, dass sowohl steuerliche Einnahmen erhalten bleiben und gleichzeitig selbstnutzende Privatkäufer entlastet werden“, so Becker.

Der BSB schlägt vor, auf die ersten 200.000 Euro Kaufsumme eines Grundstücks keine Steuer mehr zu erheben. Auf die zweiten 200.000 Euro sollen 3% anfallen, auf die dritten 6% Grunderwerbsteuer erhoben werden. „Durch diese soziale Staffelung der Grunderwerbsteuer würden Bauherren mit niedrigeren und mittleren Einkommen zur Eigentumsbildung motiviert, ohne dass wichtige Steuereinnahmen ganz verloren gingen.

[Oktober 2021]

Deutsche setzen bei Altersvorsorge weiter auf das Eigenheim

Gem. dem Fachmagazin AssCompact sehen 3/4 der Deutschen nach einer aktuellen Kantar-Umfrage in Immobilien die beste Geldanlage. 2/3 halten das eigene Zuhause zudem für die beste Altersvorsorge.

Immobilien sind nach Einschätzung der meisten Menschen in Deutschland der ideale Weg, Vermögen aufzubauen und für das Alter vorzusorgen. Das geht aus dem repräsentativ erhobenen Kantar-Trendindikator 2021 hervor, der unter anderem von den Landesbausparkassen beauftragt wurde. 75% der Befragten gaben an, dass sie eine Immobilie für die beste Geldanlage halten. Vor zehn Jahren waren es erst 66%.

Nahezu 2/3 (64%) der Deutschen betrachten eine eigene Immobilie zudem als beste Altersvorsorge. Dass ein eigenes Zuhause generell eine sichere Altersvorsorge biete, meinen 79%. Diese Ansicht vertreten immerhin auch 69% der Mieter, unter den Immobilieneigentümern sind es sogar 90%.

„Die Menschen sind sich bewusst, welch großen Wert ein Eigenheim für Vermögensaufbau und Altersvorsorge hat. Dennoch hat Deutschland eine der niedrigsten Wohneigentumsquoten in Europa. Es ist deshalb eine wichtige Aufgabe der Politik, mehr Menschen den Weg ins eigene Zuhause zu ermöglichen“, ordnet Axel Guthmann, Verbandsdirektor der Landesbausparkassen, die Ergebnisse ein.

Gerade im Hinblick auf die in der kommenden Legislaturperiode anstehende Reform der geförderten privaten Altersvorsorge gelte es, die Präferenzen zu berücksichtigen: „Welcher Weg auch immer beschritten wird, sei es eine Vereinfachung von (Wohn-)Riester oder eine weiterreichende Systemumstellung, eines darf dabei nicht herauskommen: Dass die Menschen in Deutschland am Ende weniger Geld übrig haben, um mit den eigenen vier Wänden Vermögen aufzubauen.“ Selbst genutztes Wohneigentum müsse weiterhin als gleichwertige und förderbare Altersvorsorge anerkannt bleiben, so Guthmann.

[Oktober 2021]

Baulandpreise steigen auf Rekordniveau

Wie TAGESSCHAU.DE berichtet kostete Bauland im Jahr 2020 im bundesweiten Durchschnitt 199 Euro pro Quadratmeter. Damit stiegen die Preise während der Corona-Pandemie auf einen neuen Höchststand. Es gibt aber große regionale Unterschiede.

2019 hatte der Durchschnittspreis bei knapp 190 Euro pro Quadratmeter gelegen, 2010 bei rund 130 Euro. Innerhalb von zehn Jahren verteuerte sich Bauland in Deutschland damit um mehr als 53 Prozent.

Die Preise entwickeln sich nach Angaben der Statistiker aber in den Bundesländern sehr unterschiedlich – auch abhängig von der Gemeindegröße, in der die Grundstücke liegen. Demnach zahlten Käufer 2020 in Bayern und in Baden-Württemberg mit 349 beziehungsweise 245 Euro besonders viel für einen Quadratmeter Bauland. In Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern mussten dagegen nur zwischen 46 und 63 Euro gezahlt werden.

„Grundsätzlich steigen die durchschnittlichen Kaufwerte mit der Gemeindegröße“, erklärte das Statistische Bundesamt. In Gemeinden mit weniger als 2000 Einwohnerinnen und Einwohnern kostete ein Quadratmeter im Schnitt 71 Euro. In den 14 größten deutschen Städten – die alle mindestens 500.000 Einwohner haben – lag der Quadratmeterpreis durchschnittlich bei 1213 Euro.

Seit geraumer Zeit sorgen die niedrigen Zinsen und der anhaltende Bedarf an Wohnraum – vor allem in Ballungsgebieten – für eine hohe Nachfrage. Diese führt neben den steigenden Baulandpreisen auch zu kontinuierlichen steigenden Immobilienpreisen. Hinzu kamen zuletzt auch steigende Baukosten, die zum Teil eine Folge der aktuellen Knappheit von Baumaterialien sind.

[September 2021]

Das ideale Zuhause – nach Corona oder für die nächste Pandemie

Die ING hat mit einer repräsentativen ING-Umfrage im Juni 2021 festgestellt, dass sich mit Corona die Prioritäten verschoben haben, was die Ansprüche an die Eigenschaften an die eigene Immobilie betrifft.

Die größte Bedeutungsverschiebung wird jetzt der digitalen Anbindung des eigenen Zuhauses beigemessen.

Weiterhin wichtig sind danach auch ein Platz im Außenbereich (Terrasse, Garten, Balkon etc.) und eine freundliche Nachbarschaft.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

[September 2021]

Bankkredite an Senioren erschwert

Wie „die bank“ (Zeitschrift für Bankpolitik und Praxis) berichtet, fühlen sich Senioren bei der Kreditvergabe benachteiligt. Grundsätzlich gilt natürlich auch für ältere Mitbürger: wer einen Kredit aufnehmen will, muss plausibel machen, dass er oder sie das Geld auch zurückzahlen kann.

Galten früher zukünftiges Einkommen und vorhandenes Vermögen als Garant für eine gute Bonität, verschob der Gesetzgeber mit der Wohnimmobilienkreditrichtlinie im Jahr 2016 die Gewichtung stark in Richtung Einkommensentwicklung. Schlecht für Senioren, die zwar oft eine schuldenfreie Immobilie, aber keine hohen Rentenzahlungen vorweisen können? Ja, sagen laut einer Studie von Civey im Auftrag von wertfaktor 51,60% der Befragten in der Altersgruppe 65+ sowie 53,70% der Befragten über 70. Sie hätten das Gefühl, dass Menschen ihres Alters bei der Vergabe von Krediten durch Banken benachteiligt würden. Senioren im Westen der Republik (53,60%) fühlten sich dabei signifikant schlechter behandelt als die im Osten (44,40%), hieß es.

Diese Wahrnehmung decke sich auch mit der Erfahrung von Beschäftigten in Banken und Finanzdienstleistungen, hieß es weiter. 38% dieser Berufsgruppe bestätigten demnach, dass ältere Menschen bei der Kreditvergabe Nachteile hätten, nur 14,50% konnte demnach keinerlei Benachteiligung erkennen. Je näher die Beschäftigten selbst am Renteneintritt seien, desto ausgeprägter sei der Eindruck, Ältere hätten bei der Kreditvergabe schlechtere Chancen und Konditionen: Rund jeder Zweite (49,60%) der Angestellten im Finanzsektor in der Altersgruppe zwischen 50 und 64 sah das den Angaben zufolge so.

Bewilligt würden Kredite von den Kreditinstituten auch in der Altersgruppe über 65. Immobilien-vermögen sei dafür aber keine Garantie: Die Umfrage zeige, dass mehr als jeder achte Kreditantrag eines Seniors (13,20%) trotz vorhandener Immobilien als Sicherheit abgelehnt worden sei. Als Grund für die Ablehnung nannten die Befragten demnach das Alter (34,80%), viermal häufiger als die eigene Bonität (8,20%). Nur 2,50% habe den Darlehenszweck als Ablehnungsgrund angegeben. Alt sein in der Innenstadt habe sich dabei als besonderes Hindernis auf dem Weg zum Kredit erwiesen: Befragte in Regionen mit besonders hoher Bevölkerungsdichte wurden laut Studie fast doppelt so häufig wegen ihres Alters abgelehnt wie der Durchschnitt.

Auch klug-finanziert kennt Einschränkungen im Bezug auf das Darlehensnehmeralter. Aber eine Finanzierbarkeit, gerade bei lastenfreiem Eigentum und einer nicht allzu hohen Neukreditierung, ist i.d.R., wenn auch nicht bei allen Finanzierungspartnern, weiterhin möglich. Jeder Einzelfall muss dabei nur individuell betrachtet werden.

[September 2020]

Aufwärtstrend der Bauzinsen: Nur vorläufig gestoppt?

Wie AssCompact, das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement, berichtet, ist laut aktuellen Zahlen der Aufwärtstrend der Baufinanzierungszinsen vorerst gestoppt und die Zinsen für Immobilienfinanzierungen haben sich in den letzten Wochen wieder leicht abwärts bewegt.

Dass die Konditionen für Immobilienfinanzierungen gesunken sind, führt Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender von Dr. Klein, vor allem auf die im Juli verkündete neue Strategie der EZB zurück. „In der ersten Jahreshälfte sind die Baufinanzierungszinsen leicht gestiegen – bedingt durch die Corona-Impfkampagne und positive Konjunkturaussichten“, so Neumann. „Diesen vorsichtigen Aufwärtstrend hat die EZB mit der neuen Formulierung des Inflationsziels erst einmal abgewürgt. Denn damit hat sie den Märkten zu verstehen gegeben, dass sie auch bei Inflationsraten jenseits von 2% den eingeschlagenen Pfad des Gelddruckens nicht so bald verlassen wird.“

Dieser Effekt dürfte Michael Neumann zufolge in der näheren Zukunft anhalten. Eine Seitwärtsbewegung auf diesem niedrigen Niveau lasse Käufern genug Puffer, die Finanzierung in Ruhe zu planen. Sofern sie nicht von Verkäuferseite unter Zeitdruck stehen. Auch der mittelfristigen Zinsentwicklung sieht der Experte entgegen. „Der Druck auf die EZB durch die steigende Inflation wird zunehmen. Die EZB wird aber weiter für ein künstlich niedriges Zinsumfeld sorgen, sodass zwar auch wieder höhere Baufinanzierungszinsen möglich sind, aber mit einer nur flauen Dynamik und geringem Aufwärtspotenzial“, prognostiziert Neumann.

Mit seiner Einschätzung ist er keineswegs allein. Auch Kurt Neuwirth, Geschäftsführer der Neuwirth Finance GmbH, geht in seinem aktuellem Zinskommentar sowohl bei den kurzfristigen wie auch bei den langfristigen Zinsen von einer Seitwärtsbewegung bis Ende des Jahres aus. Er sieht auch nach wie vor keine größere Gefahr der Überhitzung an den Immobilienmärkten. Trotz der Corona-Krise sei das Kaufpreis-Einkommen-Verhältnis stabil. „Immobilien werden demnach zwar nicht erschwinglicher, jedoch ist mit keiner höheren Belastung des Einkommens durch einen Hauskauf zu rechnen“, meint Neuwirth. Zudem seien die Währungshüter heute wesentlich wachsamer als während der Immobilien- und Finanzkrise vor 13 Jahren. Vom baldigen Platzen einer Immobilienblase sei daher nicht auszugehen.

Dass die zuletzt stark anziehende Inflation die Immobilien- und Baufinanzierungsmärkte maßgeblich beeinflussen werden, glaubt Michael Neumann von Dr. Klein nicht. Der Experte hält zwar eine Inflationsrate von 5% für möglich, das sei aber vor allem für Verbraucher nicht erfreulich. Die Erschwinglichkeit von Immobilien sei von der derzeitigen Inflation dagegen nicht direkt betroffen. „Ob und wie gut sich Privatpersonen Wohneigentum leisten können, hängt vor allem von der Einkommensentwicklung, den Kaufpreisen und den Bauzinsen ab. Und alle diese Faktoren reagieren nicht auf kurzfristige und vorübergehende Inflationsbewegungen wie wir sie zurzeit sehen“, meint Neumann, der zudem davon ausgeht, dass die Inflation 2022 wieder deutlich nachlassen wird. Dann dürfte im kommenden Jahr zusätzlich Druck aus der Aufwärtsbewegung bei den Bauzinsen kommen.

[September 2021]

Wohnraumstudie der Interhyp

Die Interhyp hat die Ergebnisse der neuesten Wohntraumstudie veröffentlicht. Die Studie zeigt auf, wie groß der Wunsch der Deutschen nach Wohneigentum ist und wie die Traumimmobilie der Bundesbürger aussieht. Besonderes Augenmerk legte Interhyp dabei auf die Generation Z.

Seit 2011 wird die Studie jährlich erhoben und erfasst systematisch die Wohnwünsche der Deutschen. Sie setzt dafür sowohl auf tiefenpsychologische Interviews als auch auf eine umfangreiche und repräsentative Feldforschung mit mehr als 2.100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Nach der neuen Studie wünschen sich 72% der deutschen Mieter eine eigene Immobilie. Das ist deutlich mehr als 2019. Damals waren es 66%. Die Immobilie bleibt also auch nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie einer der zentralen Ankerpunkte der Deutschen.

Auf die Frage, was im Leben wichtig ist, antworten 99% der Befragten Gesundheit, 97% ein schönes Zuhause, 96% Sicherheit im Alter und 93% Familie. So hoch das eigene Zuhause im Kurs steht, so schwierig wird der Weg dorthin angesichts steigender Preise und fehlenden Angebots empfunden.

„Bei den Mieterinnen und Mietern macht sich Torschlusspanik breit“, sagt Mirjam Mohr, Vorständin Privatkundengeschäft bei der Interhyp AG. Das habe sich gerade in den qualitativen Interviews gezeigt. Viele Mieter fürchten laut der Interhyp-Studie, dass sie in der aktuellen Marktlage kein bezahlbares Objekt mehr finden und für immer mieten müssen. Zugleich haben sie Angst vor explodierenden Mieten oder Willkür der Vermieter, die etwa aus Eigenbedarf kündigen.

Diejenigen, die den Traum vom Eigenheim in die Tat umgesetzt haben, bereuen ihre Entscheidung nur selten. 90% der Eigentümer sind mit der Entscheidung für ihre Immobilie zufrieden. „Viele im Vorfeld mit dem Kauf einer Immobilie verbundenen Ängste erweisen sich als unbegründet“, sagt Mirjam Mohr. 83% der befragten Mieter haben Angst vor hohen finanziellen Belastungen und 81% vor Zusatzkosten. 73% befürchten, dass sie Kompromisse beim Objekt eingehen müssen. Zwei von drei Mietern schreckt der vermeintlich hohe Aufwand ab, um eine gute Finanzierung zu finden. Die Realität sieht indes deutlich besser aus. Das zeigt die Auswertung auf Eigentümerseite. Nicht einmal jeder Dritte (30%) beklagt hohe Belastungen oder Kompromisse beim Traumhaus (29%), gerade einmal jeder Vierte einen hohen Aufwand bei der Kreditsuche (26%).

Das freistehende Einfamilienhaus wird immer beliebter. Wollten 2018 rund 60% ein solches ihr Eigen nennen, waren es 2019 bereits 63%. 2021 sind es nun sogar 65%. „Tiny Houses und ähnliches werden als interessant empfunden, aber für den eigenen Wohntraum sind sie nicht relevant. Den privaten Wohnraum zu verkleinern und zu teilen, scheint keine gewollte Option für die Zukunft zu sein“, erläutert Mirjam Mohr. Die Menschen wünschen sich stattdessen sogar mehr Platz. Im Schnitt fehlen 35 qm zwischen aktueller und gewünschter Wohnfläche. Für das Einfamilienhaus spreche zudem, dass in Zeiten von Corona, Abstand und Unsicherheit das eigene freistehende Haus als größer und sicherer empfunden. Es markiere eine den festen Platz im Leben, die Trutzburg und den Rückzugsort. Der Garten spielt dabei laut Interhyp im Wunschtraum eine zentrale Rolle.

Passend zur Suche nach Raum und Gestaltungsfreiheit wächst der Wunsch zum Leben auf dem Land bzw. dem Umland. Aktuell wollen 44% in der Stadt leben. 2019 waren es noch 51%. 56% bevorzugen nun Dorf und Umland. Hier lag der Wert vor zwei Jahren noch unter 50%. Neben der Landidylle verbindet rund jeder Zweite mit dem Umland vor allem bezahlbaren Wohnraum.

Erstmals hat die Wohntraumstudie erfasst, wie die Generation Z über Immobilien und Wohneigentum denkt. Für die Studie wurden deshalb gezielt die 18- bis 25-Jährigen befragt. Die Generation Z ist demnach erstaunlich konservativ, wenn es um ihre Wohnträume geht. „Eine eigene Immobilie ist fester Teil der Lebensplanung und der Beweis, es materiell geschafft zu haben“, sagt Mirjam Mohr. Die Welt, in der sie aufwachsen, empfinden viele Jugendliche als brüchig und wandelbar. Für die Generation Z sind Gerechtigkeit und ökologisches Engagement einerseits wichtig, gleichzeitig halten sie Besitz und Wohlstand für überdurchschnittlich erstrebenswert. 93% der Gen Z wünschen sich ein eigenes Zuhause. 29% wollen sogar möglichst bald eine Immobilie kaufen.

Für viele von ihnen ist das Leben auf dem Land kein Kompromiss – es ist die ideale und erstrebenswerte Lage, um glücklich zu werden. Nur 18% der Befragten wollen in einer Großstadt leben. 24% auf dem Land, 18% im Umland einer Großstadt, 30% in einer mittleren oder kleinen Stadt und 10% im Umland einer kleineren Stadt. „Das Landleben verheißt Ruhe und Überschaubarkeit. Diese Qualitäten sind ebenfalls psychologisch wirkungsvolle Gegensätze zum aktuellen Welt-Erleben und der Befindlichkeit der Gen Z“, begründet Mirjam Mohr die Landlust der Generation Z.

[August 2021]

Destatis-Zahlen belegen rasanten Preisanstieg von Wohnimmobilien

Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) belegen, dass die Preise für Wohnimmobilien weiter dynamisch ansteigen. Demnach haben die Immobilienpreise allein innerhalb eines Jahres im Bundesschnitt um fast ein Zehntel zugelegt.

So sind die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland im ersten Quartal 2021 auf Jahressicht um durchschnittlich 9,40% gestiegen. Die Preisentwicklung war Destatis zufolge sowohl in Städten als auch in ländlichen Regionen zu beobachten. Besonders deutlich stiegen die Preise für Wohnungen in Großstädten mit über 100.000 Einwohnern sowie für Ein- und Zweifamilienhäuser in dünn besiedelten ländlichen Kreisen. Doch auch in den sieben größten Metropolen (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf) legten sie mit +11,10% kaum weniger zu.

Die Nebenkosten für den Erwerb einer Immobilie sind für Käufer aufgrund des am 23.12.2020 in Kraft getretenen Gesetzes über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser um 0,30% gegenüber dem Vorjahresquartal gesunken. Zwischen dem vierten Quartal 2019 und dem vierten Quartal 2020 waren sie mit einem Plus von 7,90% noch deutlich angestiegen. Im ersten Quartal 2021 sanken sie gegenüber dem Vorquartal nun aber um 6,50%. Neben den Kosten für die Maklercourtage berücksichtigt der Preisindex für Erwerbsneben-kosten, der Teil des Preisindex für selbst genutztes Wohneigentum ist, Grunderwerbsteuer und Notargebühren.

Mit den Ergebnissen des aktuellen Quartals werden die Ergebnisse des Vorquartals für den Häuserpreisindex regelmäßig revidiert. Zudem erfolgt mit der ersten Veröffentlichung für das erste Quartal eines Jahres eine Revision des Vorjahres. Diese Revisionen werden durchgeführt, um nachträgliche Meldungen von Transaktionsdaten noch berücksichtigen zu können. Für den bundesweiten Häuserpreisindex im Jahr 2020 ergibt sich eine Revisionsdifferenz von 0,50-Prozentpunkten bezogen auf die Veränderungsrate zum Vorjahr. Aus dem vorläufigen Wert von 7,30% wurde damit ein revidierter Wert 7,80%.

[August 2021]

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) seit 01.07.2021

Hier die nun mehr seit 01.07.2021 neuen Fördermöglichkeiten in einer kurzen Übersicht:

1. Förderung für einzelne Sanierungsmaßnahmen – BEG EM

1.1. BEG EM Zuschuss

Seit Anfang 2021 werden Zuschüsse für einzelne Sanierungsmaßnahmen – egal ob Heizung oder Dämmung – einheitlich beim BAFA beantragt. Dazu kombiniert werden kann der Zuschuss für Baubegleitung und Fachplanung, der im gleichen BAFA-Antrag mitbeantragt wird.

1.2. BEG EM Kredit (Kredit mit Tilgungszuschuss)

Wer keinen Zuschuss, sondern einen Förderkredit für einzelne Sanierungsmaßnahmen beantragen möchte, erhält eine Förderung wie bisher bei der KfW. Seit dem 1.7.2021 heißt das neue Kreditprogramm für einzelne Sanierungsmaßnahmen „Wohngebäude – Kredit (262)“, im gleichen Programm wird dann auch der Zuschuss für Baubegleitung und Fachplanung beantragt.

Egal ob Zuschuss oder Kredit – der Zuschuss für Fachplanung und Baubegleitung beträgt bei Einzelmaßnahmen 50%, maximal 2.500 Euro.

2. Förderung für die Sanierung zum Effizienzhaus – BEG WG

Die Förderung für die Sanierung zum Effizienzhaus wird weiter über die KfW beantragt. Eigentümer können zwischen Zuschuss und Kredit mit Tilgungszuschuss wählen.

2.1. BEG WG Zuschuss

Seit Start der BEG bei der KfW am 1.7.2021 kann die verbesserte Effizienzhaus-Förderung beantragt werden. Das neue KfW-Förderprogramm ist „Wohngebäude – Zuschuss (461)“, im gleichen Programm und mit gleichem Antrag wird der Zuschuss für Baubegleitung und Fachplanung beantragt.

2.2. BEG WG Kredit (Kredit mit Tilgungszuschuss)

Für eine Sanierung zum Effizienzhaus können Eigentümer seit dem 1.7.2021 die neue Effizienzhaus-Förderung beantragen. Förderanträge werden im KfW-Programm „Wohngebäude – Kredit (261)“ gestellt, im gleichen Programm und mit dem gleichen Antrag wird auch der Zuschuss für Baubegleitung und Fachplanung beantragt.

Egal ob Zuschuss oder Kredit – der Zuschuss für Fachplanung und Baubegleitung beträgt bei einer Sanierung zum Effizienzhaus 50%, maximal 5.000 Euro.

Weitere Informationen zu Darlehenshöhen, Tilgungszuschüssen etc. auf www.kfw.de oder einem Energieberater Ihres Vertrauens oder in unserer News dazu aus dem Januar 2021, die Sie hier finden.

[August 2021]