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Minizinsen machen deutsche Sparer zunehmend mürbe

Die lang anhaltenden Niedrigzinsen hinterlassen mittlerweile deutliche Spuren bei deutschen Anlegern. 60% der deutschen Haushalten sind angesichts der mageren Verzinsung ihrer Ersparnisse frustriert. Das geht aus einer Umfrage von Union Investment hervor. Und die fehlende Aussicht auf Besserung („Zinswende“), sorgt zunehmend für Resignation. Unmut wird darüber geäußert, dass Sparer alleine die Nachteile der Mini-Zinsen tragen. Kreditnehmer oder der Staat hätten erhebliche Vorteile durch die niedrigen Zinsen. Drei Viertel der Anleger können sich nunmehr immerhin vorstellen eine Geldanlage, die Aktien enthält, abzuschließen. Auf der anderen Seite sehen wir natürlich die Vorteile einer Investition in Immobilien, um hier von eben günstigen Zinsen zu profitieren.

Heimliche Boom-Städte in Deutschland

Wie die Wirtschaftswoche berichtet hat, verlagert sich der Immobilien-Boom von den sieben Haupt-Metropolen (Berlin, Hamburg, München usw.), die schon über ein hohes Niveau an Preise verfügen, zusehends in Städte aus der zweiten und dritten Reihe. In den Top-20 tummeln sich danach auch Städte wie Ludwigsburg, Ingolstadt, Regensburg und Konstanz. Zum Teil erreichen diese Städte fast das Niveau der Metropolstädte. Dass das Umland der Metropolen für Familien auf Haussuche immer interessanter wird, hat auch die BHW beobachtet. Die Bausparkasse sieht gute Gründe dafür, dass der Ansturm auf den Häuser- und Wohnungsmarkt der B-Städte weiter anhält. Dass der Immobilienboom immer mehr Städte und Regionen jenseits der Metropolen erfasst, bestätigt auch der Wohnatlas der Postbank. Demnach sind im vorigen Jahr in 90 Prozent aller Landkreise und kreisfreien Städte die Preise für Immobilien gestiegen.

[April 2019]

Kaufgründe für eine Immobilie

Wie die Firma McMakler über eine Online-Umfrage herausgefunden hat, sind die aktuell niedrigen Zinsen der Hauptgrund für einen Immobilienerwerb. Rund. 74% der Teilnehmer gaben dies danach als Grund an. Interessant, da vor 10 Jahren der Anteil bei nur 4,6% lag. Vielmehr war es seinerzeit der „günstige Preis“ (36,4%), der jetzt bei gerade einmal 6,2% liegt. Weiterhin und mehr oder weniger unverändert folgen die Gründe: Kapitalanlage (60,7%), familiäre Veränderungen (54,5%) und Altersvorsorge (53,8%).

[April 2019]

Schufa bei jedem 4. falsch

Wie die Verbraucherinformation Finanztip Ende März berichtet, ist jede 4. Schufa falsch! Bei Daten von rund 67 Mio. Bundesbürgern ist dies eine erschreckend hohe Zahl. Zunächst lautet die Empfehlung von Finanztip bei der Schufa über deren Internetseite eine Datenkopie (kostenfrei!) anzufordern und prüfen. Insbesondere bestehende Verträge und offene Forderungen. Fallen hierbei Fehler auf, sollte – z.B. bei unberechtigten Forderungen – die Schufa darüber informiert werden. Am besten mit Kopie des Einspruchschreibens, denn dann besteht für die Schufa eine unmittelbare Löschpflicht (ob berechtigt oder nicht). Ansonsten kann auch ein Ombudsmann ohne Kosten eingeschaltet werden. Ferner sollte der Dispo bei der Bank nicht zu oft in Anspruch genommen werden und Kredite immer(!) einwandfrei bedienen. Denn schon die erste Unregelmäßigkeit wird wahrscheinlich zu einem (negativ behafteten) Schufa-Eintrag führen. Und nicht zuletzt: nicht auf die 2. Mahnung warten, sondern Rechnung rechtzeitig zahlen. Mythen hingegen, die nicht die Schufa-Beurteilung beeinflussen, sind u.a. die Anzahl von Girokonten oder Kreditkarten bzw. bestimmte Versicherungen oder die Wohngegend. Vielmehr werden aufgrund der ungeheuren Datenmenge komplexe Profile erstellt, die sich hiervon nicht beeinflussen lassen. Gerade bei Immobilienfinanzierungen setzten Banken bei der Prüfung auf die Schufa-Auskünfte. Zum einen, ob der Kredit überhaupt und wenn ja, auch zum Teil zu welchem Preis dieser gewährt wird. Hier kann eine falsche oder zu schlechte Schufa ärgerliche und teure Auswirkungen haben. Daher: am besten sofort, spätestens rechtzeitig vor dem Wunsch nach einer Immobilienfinanzierung die Schufa checken und eventuell korrigieren lassen.

[April 2019]

Günstige Bauspardarlehen

Das Handelsblatt berichtet am 05.03.2019 über Bauspardarlehen, warnt aber gleichzeitig vor undurchsichtigen Angeboten! Ein Bausparvertrag ist ein Weg zur Absicherung der Zinsen für die Zukunft. Dies scheint zunächst verlockend, doch bei diesem vermeintlich simplen Produkt, spielen so viele Faktoren eine Rolle, dass sich nur schwer sagen lässt, unter welchen Umständen sich ein Bausparvertrag tatsächlich rentiert, für wen er sich eignet und welches Angebot passt. „Die vielen Einflussfaktoren machen Bausparverträge zum Lotteriespiel“, kritisiert ein befragter Fachmann. Und die Experten sagen: damit sich Bausparen lohne, sollten die Zinsen in zehn Jahren rund doppelt so hoch liegen wie heute! Darüber hinaus variieren die Konditionen der Bausparkassen stark. Die Auswertung für das Handelsblatt hat dabei aufgezeigt, was für ein komplexes Unterfangen die Suche nach einem guten Bausparvertrag ist. Am Ende standen die Angebot des BHW und der Deutsche Bank Bauspar (beide gehören zur Deutsche-Bank-Gruppe) vorn. Dies kann sich aber auch bald wieder ändern, je nach neuen Tarifen. Und: Verbraucherschützer warnen immer wieder vor komplizierten Bausparmodellen. Kompliziert sind Bausparverträge aber eigentlich immer. Interessenten müssen nicht nur die Höhe der Darlehens- und der Ansparzinsen beachten, sondern auch Faktoren wie die Höhe der Mindestansparung. Der aber allergrößte Haken: die Darlehensphase beginnt nicht – wie viele denken – automatisch mit Erreichen der Mindestansparung. Die Zuteilung hängt vielmehr von der sogenannten Bewertungszahl ab, die auf einem komplizierten mathematischen Prozess beruht. Wann genau ein Bausparvertrag zuteilungsreif ist, lässt sich deshalb schwer vorhersagen und darf auch nicht garantiert werden. Für die, die sich allen Faktoren des Bausparens intensiv auseinandersetzen führen all diese Unsicherheit meist dazu, doch lieber bei einer Bank ein klassisches Immobiliendarlehen aufzunehmen.

[April 2019]

Teure Immobilienkredite können doppelt so viel kosten wie günstige!

Wie die Stiftung Warentest (Finanztest) in der Ausgabe 04/2019 berichtet, macht ein kleiner Zinsunterschied bei einer Baufinanzierung schnell mehrere Zehntausend Euros aus. So konnten in einem Modellfall (Darlehen von EUR 450.000) bis EUR 70.000 Zinsen gespart werden. Wichtig hierbei, so Finanztest, der Zinsvergleich der Bankangebote, so wie auch wir dies anbieten. Für einen aussagekräftigen Vergleich empfiehlt Finanztest die wichtigsten Eckdaten abzufragen. Hierbei sind wir natürlich behilflich! Wichtigste Punkte sind hiernach: 1. Kreditsumme, 2. Zinsbindungsdauer, 3. Monatsrate und 4. Flexibilität (Sondertilgungen/Tilgungswechsel). Da Zinsen sich täglich ändern und Banken oft auch spezielle, zeitlich begrenzte Aktionen anbieten, ist ein professioneller Vergleich unerlässlich. Mit unseren Kontakten zu mehreren(!) Vergleichsplattformen und darüber hinaus Kontakten zu dort nicht gelisteten regionalen Banken, können wir hier Transparenz schaffen, zumal wir absolut ungebunden von Banken etc. sind. Sprechen Sie uns jederzeit gerne an!

[März 2019]

Treuhandgebühren auf der Kippe

Bislang verlangen noch einige Kreditinstitute im Rahmen einer Darlehensablösung durch ein fremdes Institut bei der Abtretung der Sicherheiten ein Entgelt. Gut und gerne sind dies EUR 100 und mehr. Denn in der Regel wird mit einer sogenannten Treuhandvereinbarung unter den Instituten das Procedere „Geld gegen Sicherheit“ abgewickelt und produziert dort natürlich einen gewissen Arbeitsaufwand. Das OLG Hamm hat, wie die Stiftung Warentest (Finanztest) in Ausgabe 03/2019 berichtet, nun nach der Klage der Verbraucherzentrale Bundesverband gegen die Kreissparkasse Steinfurt (nicht rechtskräftig!) aber entschieden, dass Banken ohnehin dazu verpflichtet sind, einen Wechsel zu einer neuen Bank zu ermöglichen. Damit dürfen nach Auffassung des OLG die Institute, da es keine Sonderleistungen sind, die hier erbracht werden, auch keine solchen Gebühren verlangen. Einem älteren Urteil zu diesem Thema (OLG Köln) wurde damit widersprochen und der Fall liegt nun aufgrund der eingelegten Revision beim Bundesgerichtshof. Wer Treuhandgebühren zahlen musste, sollte also das Urteil des BGH im Auge halten und bei Bestätigung des Urteils des OLG Hamm die Kosten daraufhin zurückfordern bzw. dies eventuell sogar schon heute anmahnen.

[März 2019]

Rentner sind mit Wohneigentum zufrieden

Wie das Fachmagazin AssCompact im März 2019 berichtet, sind nach einer aktuellen Forsa-Umfrage für die Bausparkasse Schwäbisch Hall die meisten Immobilienbesitzer im Rentenalter zufrieden mit ihrer Entscheidung für Wohneigentum. Zwei Drittel der über 60-Jährigen in Deutschland wohnen in der eigenen Immobilie. Fast alle Wohneigentümer „60+“ würden sich wieder für die eigenen vier Wände entscheiden. Laut der repräsentativen Forsa-Umfrage geben 91% der Eigentümer an, mit ihrer Kaufentscheidung zufrieden zu sein – und das unabhängig von Wohnort, Wohnform, Alter und Geschlecht. Die wenigen Eigentümer, die rückblickend lieber zur Miete gewohnt hätten, nennen als Hauptgründe gegen Wohneigentum „mehr Arbeit“ sowie „finanzielle Belastung“. Rund ein Drittel der befragten Altersgruppe wohnt zur Miete. Auch die Mieter sind mit ihrer Wohnsituation grundsätzlich zufrieden. Jeder Dritte von ihnen hätte jedoch lieber eine eigene Immobilie. Meistens waren es finanzielle Gründe, die vom Kauf oder Bau abgehalten haben (75%). Andere Gründe wie die Familie, zusätzliche Arbeit durch die Verpflichtung als Eigentümer oder fehlende Flexibilität wurden nur vereinzelt genannt. „Damals wie heute ist fehlendes Eigenkapital eine der größten Hürden auf dem Weg in die eigenen vier Wände“, stellt Schwäbisch Hall-Experte Sebastian Flaith fest. Der Aufwand lohne sich. Einem Rentnerhaushalt in der eigenen Immobilie stehen laut Schwäbisch Hall im Schnitt rund 600 Euro mehr im Monat zur Verfügung als einem Mieterhaushalt.

[März 2019]

Reform zum Wohngeld gefordert

Die Voraussetzungen für den Antrag auf Wohngeld sollen 2020 geändert werden.  Auf Wohngeld haben im Übrigen nicht nur  Mieter, sondern auch Wohneigentümer (als Lastenzuschuss für selbstgenutztes Wohneigentum) Anspruch.

Viele Verbände (u.a. DGB, vzbv) fordern eine grundlegende Neuordnung. Es sollen mehr die realen Verhältnisse der Betroffenen widerspiegelt werden als bislang.

Dabei sollen eine Dynamisierung der Miethöchstbeträge, der Einkommensgrenzen und der Wohngeldleistungen helfen. Auch ein Freibetrag für Erwerbstätige und vieles mehr wird gefordert.

Hintergrund der Reformforderung ist, dass trotz steigender Bestands- und Neubaumieten die Zahl der Wohngeldempfänger von fast 800.000 im Jahr 2016 auf rund 550.000 im Jahr 2018 gefallen ist.

[März 2019]

Insolvenz der Verbraucherzentrale Bremen

Der Verbraucherzentrale in Bremen droht die Insolvenz, weil sie zu wenig für die Altersvorsorge Ihrer Mitarbeiter zurückgelegt hat. Dies ist insbesondere deshalb brisant, da es gerade die Verbraucherschützer aus Bremen waren, die die Finanzwirtschaft regelmäßig ins Kreuzfeuer genommen hat.

Dabei müssen Mitarbeiter der Verbraucherzentralen, anders als im freien Markt tätige Personen, keine Sachkunde nachweisen, um Beratungen vorzunehmen. Dabei ist sonst beim Verbraucherschutz ist Deutschland, der an sich zu begrüßen und sinnvoll ist, zum Teil weit über das Ziel hinausgeschossen.

Vor lauter Dokumentation und sonstiger Regulierung bleibt in der Finanzberatung heute eigentlich viel zu wenig Zeit, für die wichtige und individuelle Beratung.  Verbände der Finanzwirtschaft fordern aus diesem Anlass, dass alle Seiten nunmehr sachlich darüber diskutieren sollten, was Verbraucher wirklich schützt und was nicht. Alle Regulierungen der Finanzberatung sollten nochmals auf den Prüfstand.

[März 2019]