Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) zeigt: Wer in Deutschland eine Immobilie kauft und selbst bewohnt, zahlt deutlich mehr Steuern als jemand, der dieselbe Immobilie vermietet. Am Beispiel einer 300.000-€-Eigentumswohnung in einer deutschen Großstadt summiert sich der Nachteil über 15 Jahre auf rund 87.000 Euro – außerhalb der Metropolregionen liegt er bei 40.000 bis 50.000 Euro.
Der entscheidende Unterschied: Vermieter können Abschreibungen sowie Kreditzinsen und Instandhaltungskosten steuerlich absetzen. Selbstnutzern steht diese Möglichkeit nicht offen – ein Umstand, der Deutschland im europäischen Vergleich zum Sonderfall macht. In allen anderen untersuchten Ländern (u.a. Niederlande, Frankreich, Österreich) ist die Eigennutzung steuerlich sogar vorteilhafter.
Diese Ungleichbehandlung gilt als einer der Gründe für Deutschlands niedrige Wohneigentumsquote von nur 44 % – im EU-Durchschnitt liegt sie bei rund 70 %.
IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer sieht in Wohneigentum eine doppelte Funktion: Vermögensaufbau und Altersvorsorge zugleich. Er plädiert deshalb für einen Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer speziell für Selbstnutzer – eine Verschlechterung der steuerlichen Bedingungen für Vermieter hält er dagegen nicht für zielführend. Sein Fazit: Viele Menschen in Deutschland träumen vom Eigenheim, doch im europäischen Vergleich erschwert ihnen der Staat diesen Weg.
Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln), Pressemitteilung vom 04.07.2026, Autoren: Michael Voigtländer, Lisa Wagner
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[Juli 2026]
