In der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins AssCompact stellen steigende Baukosten aktuell für Eigenheimbesitzer und angehende Bauherren die größte Hürde beim Hausbau und der Modernisierung dar. Das zeigt demnach eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag des Bauherren-Schutzbund e.V. Demnach geben 88% an, sich Bauen bald nicht mehr leisten zu können. Die Hälfte aller potenziellen Bauherren beklagt darüber hinaus fehlendes Bauland und zu viele Bauvorschriften. Auch Bauzeitverzögerungen und Pfusch am Bau werden häufig als Schwierigkeiten genannt. „Die Baumaterialknappheit und damit verbundene steigende Baukosten ziehen die Preisschraube beim Hausbau weiter an“, stellt BSB-Geschäftsführer Florian Becker mit Blick auf die Zahlen fest. Schon vor der aktuellen Krise auf dem Baustoffmarkt seien die Kosten beim Eigenheimbau für viele Familien kaum noch zu finanzieren gewesen.

Wie eine Entlastung aussehen sollte, ist für die Mehrheit der Befragten klar. 64% wollen mehr Direktzuschüsse zum Bauen. Die Hälfte der Umfrageteilnehmer sieht auch Steuererleichterungen als geeignetes Förderinstrument. Beide Antworten rangieren damit vor der staatlich begünstigten Kreditfinanzierung über die KfW-Bank, für die sich nur 36% aussprechen.

„Die Ergebnisse zeigen, dass Bauherren und Modernisierer vor allem am Beginn ihrer Baumaßnahmen, wo die finanzielle Belastung am höchsten ist, Geld benötigen“, erklärt Becker und bringt als Vorschlag ein Bauklimageld ins Spiel: „Unser Vorschlag des Bauklimageldes als Direktzuschuss hilft sofort dem Geldbeutel. Da nur klimaschonendes Bauen und Modernisieren gefördert wird, motiviert das Bauklimageld Eigennutzer, ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.“

Auch die Grunderwerbsteuer solle reformiert werden. „Die Belastung durch die Steuer liegt in manchen Regionen Deutschlands im Bereich eines gebrauchten Mittelklassefahrzeuges“, sagt Becker. Vor allem Familien mit mittlerem Einkommen können sich ihren Traum vom Eigenheim kaum noch verwirklichen. Um den Neubau gezielt und flächendeckend zu fördern, sollte die Grunderwerbsteuer deshalb reformiert werden. „Da die Grunderwerbsteuer eine wichtige Einnahmequelle der Länder ist, muss eine Reform so ausgestaltet sein, dass sowohl steuerliche Einnahmen erhalten bleiben und gleichzeitig selbstnutzende Privatkäufer entlastet werden“, so Becker.

Der BSB schlägt vor, auf die ersten 200.000 Euro Kaufsumme eines Grundstücks keine Steuer mehr zu erheben. Auf die zweiten 200.000 Euro sollen 3% anfallen, auf die dritten 6% Grunderwerbsteuer erhoben werden. „Durch diese soziale Staffelung der Grunderwerbsteuer würden Bauherren mit niedrigeren und mittleren Einkommen zur Eigentumsbildung motiviert, ohne dass wichtige Steuereinnahmen ganz verloren gingen.

[Oktober 2021]